— Musiktheater · 2022
Frauen unter Waffen
Ein Archiv oder Die Spurensuche durch den weiblichen Kriegsraum




















— Über die Produktion
inspiriert von Swetlana Alexijewitschʻ Dokumentarroman Der Krieg hat kein weibliches Gesicht über Sowjetsoldatinnen im Zweiten Weltkrieg und mit Musik von Maria Antonia Walpurgis, André Campra und Georg Friedrich Händel
Weibliche Kriegsbeteiligung gibt es seit jeher, Erzählungen von Frauen über ihren Kampfeinsatz kaum. Stattdessen Bilder von Kriegerinnen als Hexe oder Heilige, übersexualisiert oder entsexualisiert, ʻunnormalʼ, unmenschlich, monströs.
In Frauen unter Waffen betreten wir das Archiv des weiblichen Kriegsraums. Hinter staubigen Ordnern entwachsen dem wenigen Material drei Frauen, die sich von den begrenzten Vorstellungen bewaffneter Weiblichkeit lösen und sich dem Schweigegebot über weibliche Kriegserfahrungen entgegenstellen. In einem gemeinsamen Prozess entdecken sie Orte weiblicher Kriegsbeteiligung und erzählen uns eine Seite des Krieges, die bisher kaum gehört wurde.
„Die klassische genderline zwischen weiblichem Frieden und männlichem Krieg ist längst zum Anachronismus geworden. Warum aber wird sie immer noch gezogen, um einen im Alltagsverständnis weiterhin männlich kodierten Raum des Krieges von einem weiterhin weiblich kodierten Raum des Friedens zu trennen?“ (aus: Soldatinnen. Gewalt und Geschlecht im Krieg vom Mittelalter bis heute. Hg. von Franka Maubach, Silke Satjukow, Klaus Latzel, 2011.)
— Mitwirkende
Regie Viola Bierich
Musikalische Leitung und Cembalo Regina Schnell, Elena Khurgina
Ausstattung Steve Oelmann
Dramaturgie Amelie Werner
Regieassistenz Isa Kortekangas
Spiel und Gesang Amelie Gorzellik, Anna Heinecke, Clara Steuerwald
1. Geige Julia Falk
2. Geige Yuri Choi
Stimmen Eser Duran, Cora Eder, Serafine Garbe, Siska Leckband, Raika Nicolai, Lennart Nielsen, Alexander Wolff
— Fotos
Richard Stöhr